„Schreiberitis“ – Meine Schreibgeschichte

schreiberitis

Symptome sind zwanghaftes Mitführen eines Notizbuches oder Laptops, permanente Gedankenattacken und das nicht zu bändigende Gefühl, sich ständig mitzuteilen.

„Schreiberitis“- wie ich es gerne nenne – hat viele Facetten. Einerseits zeugt diese Erkrankung von unheimlicher Energie und Kreativität. Andererseits könnte man fast sagen, dass es sich hierbei um eine sportliche Erkrankung handelt, da man vor lauter Gedankenstrom nicht mehr hinterherkommt seinen Gedanken nachzujagen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich für ein sportliches Studium entschieden habe. „Schreiberitis“ würden Experten wohl der Klasse der unheilbaren Erkrankungen zuordnen. Wie man es auch dreht und wendet und aus welchem Blickwinkel man es auch betrachten möge, zu ändern ist daran nichts mehr. Woher kommt diese Erscheinung?

Wie schaffe ich es die Symptome einigermaßen im Zaum zu halten?

Das versuche ich Dir hier zu beantworten.
Um die Entstehung meiner persönlichen „Schreiberitis“ zu verstehen, müssen wir an den Anfang meiner Geschichte gehen. Ein kleines, junges Mädchen lernt lesen und schreiben. Nicht immer zum Vorteil meiner Eltern und Geschwister. Nächtelanges Lesen und Schreiben führen zu erheblichen Konzentrationsproblemen in der Schule und vor allem auch zu Schlafmangel. Du siehst, hier begannen schon die ersten Symptome einzusetzen. Irgendwann diagnostizierte meine Mutter nachts um 03:19 Uhr (ja, ich habe mir die Uhrzeit tatsächlich aufgeschrieben) meine „Schreiberitis“ und versteckte und versperrte alle Bücher und Notizbücher vor mir, zumindest nachts. Sehr erfolgreich war diese Behandlung zwar nicht aber so beschränkten sich das Erscheinen meiner Symptome zumindest nur für die Nacht.
Mit dem Einführen der Noten und Bewertungen in meinem Schulleben im Fach Deutsch, bekam ich zum ersten Mal auch die Bestätigung von außen, dass meine Kreativität eine unbändige sei. Doch nicht nur positive Einschätzungen begleiten die Entwicklung meiner „Schreiberitis“. Auch einige Rückschläge in meiner Geschichte, dämpften die Symptome meiner Schreiberitis. Erste Beschwerden, dass meine Sätze zu lang seien, oder meine Beschreibungen zu kreativ, trafen mein „Schreiberitis“-Herz sehr.

Nichtsdestotrotz wurde mein Selbstbewusstsein stärker und die Akzeptanz für meine Erkrankung immer größer. Nur die Lehrer zu belästigen, reichte mir nicht mehr. Nur Weihnachtskarten oder Geburtstagskarten zu schreiben, befriedigte mich nicht. Ich packte alle meine Gedanken in ein Notizbuch und packte sie in sinnvolle, von Herzen kommende Sätze.
Mit dem Alter, wuchs auch meine Reife und mein Wissen. All das, was bisher nur in meinem Notizbuch stand, wollte mein Herz unbedingt weitergeben. „Schreiberitis“ – Erkrankte haben das Bedürfnis den Menschen in Ihrer Umgebung eine Hilfe zu sein, auch wenn man es Ihnen vielleicht im ersten Moment nicht direkt ansieht.
Wieso aber leben sie ihre „Schreiberitis“ besonders für das weibliche Publikum aus? Wieso befindet sich da in meinem Herzen so ein riesen Bedürfnis zu helfen, gerade für die Mädels unter Euch? Weil ich Dich vielleicht so gut zu verstehen versuche, wie mich. Weil ich weiß wie schwer wir Mädels es manchmal haben unsere Gedanken emotional in den Griff zu bekommen. Dabei müssen wir doch alle zusammenhalten. Wir sind das starke Geschlecht.
So gründete ich HowToFemale um meiner „Schreiberitis“ einen lebenserfüllenden Sinn zu geben. Doch diese Geschichte hat gerade erst begonnen. Vielleicht erzähle ich Dir ein anderes Mal genauer davon.

Deine Michi

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